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Dem inneren Schweinehund in den Hintern getreten..

Der heutige Lauf entpuppte sich als (fast) 4 Stunden langer Kampf gegen mich selbst oder besser gesagt gegen diesen gemeinen, inneren Schweinehund. Den habe ich heute in seine Schranken gewiesen.

Aber der Reihe nach…

Die 3. Belastungswoche (juhu, jetzt folgt eine Recom Woche!!!) war sehr fordernd, aber auch abwechslungsreich und toll. 2mal Stabi, Dehnen, Kraft, 1mal Intervalle, 1mal 1:45 Berg, 1mal 1 Stunde Walzenparty (a la Italiano – jetzt hab ich eine neue Playlist mit Italopop der 80-er, danke Silke!!) und als Höhepunkt 4 Stunden Berg. Alles war super! Bis auf die 4 Stunden…

Gestartet bin ich um 8.00 Uhr morgens. Es war ziemlich kalt und frostig (-4 Grad) Mein erstes Ziel war der Pfenningberg, den ich eigentlich ja so mag. Heute hat unsere Beziehung einen Knacks bekommen. Die Wege zum Gipfel waren tief verschneit und gefroren. Mit meinen Trailschuhen war das einfach nur mühsam. Ich hab mir eh schon Grödel (Spikes zum Überziehen über die Laufschuhe) bestellt, die wurden aber noch nicht geliefert. (Shit happens..) Also hab ich mich mit astronomisch hohem Puls zum Gipfelkreuz gequält.

Danach wollte ich unbedingt eine andere Variante als sonst immer zum Runterlaufen nehmen. Und ich hab mich tatsächlich verlaufen!!! Vom 3 Buchenweg bin ich rechts abgezweigt und nach ca 15 Minuten wusste ich nicht mehr wo ich war. Immer wieder gabelte sich der Weg, es war eisig, rutschig und teilweise total tiefer Schnee. Sehr sehr anstrengend und ein wenig nervig. Ich hab mir dann immer wieder gesagt, dass es egal sei. Ich hätte ja eh 4 Stunden im Plan stehen und es wär wurscht, wo ich die verbringe.

Naja, irgendwann kam ich wieder aus dem Wald raus und befand mich nicht dort, wo ich geglaubt hätte… (ich und sich orientieren- eine unendliche Geschichte!) Es war egal, ich lief den Rest des Berges nun einfach runter. Unten angekommen wollte ich nun gleich über den Schatzweg und das Kloster rüber nach Magdalena laufen. (Mein Schweinehund wollte das nicht, aber ich hab ihn ignoriert) Nur schnell was trinken…. ich versuchte es, saugte wie ein hungriges Baby an der Flasche… es kam kein Tropfen! Der gesamte Schlauch war mir eingefroren!

Eh klar, wenn man ihn ungeschützt bei Minusgraden hübsch um den Hals hängen lässt… so dämlich!!!

Ich war nicht weit von zu Hause entfernt, also lief ich heim und taute meinen Trinkschlauch mit warmem Wasser wieder auf. Jetzt kam mein Schweinehund erst richtig in Fahrt. „Du bist müde, dir ist kalt. Ach, hau den Hut drauf – läufst halt einmal nicht so lange… geh dich warm duschen, machs dir gemütlich…“ Seine Stimme wurde immer lauter. Ich brauchte meine gesamte Willenskraft mich dagegen aufzulehnen und ihn in die Schranken zu weisen. Und tatsächlich schaffte ich den Weg wieder raus aus meinem kuscheligen Zuhause.

Schön langsam beruhigte sich auch mein Puls wieder. Aber jeder Schritt war mühsam. Dauernd hörte ich meine innere Stimme mantramäßig jammern : „I mog net, es gfreit mi net, mir is so koid….“ . Das ist der Nachteil, wenn man alleine unterwegs ist, man hat niemanden an der Seite, der einen ablenkt und motiviert. Irgendwie ist es mir aber auch diesmal gelungen die Stimme abzuschalten. Stattdessen sagte ich mir immer: „Du schaffst das, du machst das super, du bist toll“ Ein bisserl Selbstliebe schadet nicht!

Ich habs dann sogar noch die halbe Gis rauf geschafft. Als ich genau 3 Stunden auf der Uhr hatte, drehte ich um weil ich wusste, dass ich sicher noch eine knappe Stunde zum Heimlaufen brauche. So war es dann auch. Fast hätte ich in St.Magdalena meinen Mann angerufen, dass er mich bitte, bitte holen sollte – aber auch diesem Drang konnte ich widerstehen. Und so wurden es knapp 4 Stunden, 32 km und gute 900 Höhenmeter. Heute bin ich stolz auf mich, denn dieser Lauf war mental der schwierigste seit langer Zeit. Ich bedanke mich bei mir selbst und freue mich auf meine „Erholungswoche“.

Fortsetzung folgt… powered by sportplusmedizin

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